neue Datenschutzverordnung Niedersachsen

Fragen die sich sonst nirgends einordnen lassen
Antworten
Niemann
Beiträge: 1
Registriert: 26.02.2020, 17:35

neue Datenschutzverordnung Niedersachsen

Beitrag von Niemann »

Hallo,

nach der neuen Datenschutzverordnung Niedersachen, dürfen Lehrpersonen keine personenbezogenen Daten auf mobilen Entgeräten (Smartphone, Tablet) speichern. Somit können wir als Lehrkräfte das Programm "Notenbox" nur noch auf PC oder Laptop nutzen oder indem wir Namen von Schülerinnen und Schülern unkenntlich machen.

Ich weiß, dass ein anderes Notenprogramm an einer Lösung für das Problem arbeitet.
Kann man bei "Notenbox" als niedersächsischer Lerhrer auch auf eine Lösung hoffen?

JSchuhmacher
Beiträge: 116
Registriert: 16.08.2008, 10:50

Re: neue Datenschutzverordnung Niedersachsen

Beitrag von JSchuhmacher »

Soweit ich das verstehe, geht es um die Nutzung PRIVATER mobiler Endgeräte und die Speicherung personenbezogener Daten auf deren Festspeicher. Wenn die Schule euch also ein mobiles Endgerät zur Verfügung stellt, dürfte das kein Problem sein ................................................. :wink: (as if!)
Mal im Ernst, das ist eine Unverschämtheit! Digitalisierung überall und um jeden Preis, dann mit immer strikteren Vorgaben für den "Datenschutz" (an vielen Stelle sicherlich wichtig, aber an vielen Stellen auch völlig überzogen/irrelevant/unwirksam), aber uns Lehrern keine geeigneten Regelungen und v.a. LÖSUNGEN an/in die Hand geben! Ganz, ganz übel!
Das steht uns in BW wohl auch noch bevor! :x

Benutzeravatar
Andreas Winter
Beiträge: 1428
Registriert: 28.10.2005, 18:12

Re: neue Datenschutzverordnung Niedersachsen

Beitrag von Andreas Winter »

Danke für die Anfrage zur Datenschutzverordnung in Niedersachsen. Wir erhalten sie zur Zeit auch per E-Mail öfter.

Ja, Sie können bei der NotenBox auf eine Lösungen hoffen. Wir möchten allerdings erst dann näher darauf eingehen, wenn wir eine fundierte Aussage machen können und klären das Thema im Moment noch intern näher ab. Sie werden im Laufe der nächsten Tage, also voraussichtlich bis spätestens dem 11. März, hier im Forum Genaueres erfahren können.

Herzliche Grüße, Andreas Winter

Benutzeravatar
Andreas Winter
Beiträge: 1428
Registriert: 28.10.2005, 18:12

Re: neue Datenschutzverordnung Niedersachsen

Beitrag von Andreas Winter »

Es hat jetzt doch länger gedauert, weil ja jetzt die Schulen geschlossen wurden und die Kanzlerin gesagt hat, dass in nächster Zeit eine Epidemie durch Deutschland geht. Sie sagte, dass diese zum Glück für Kinder meist ungefährlich ist und dass wir demnächst Millionen schwer(st) Kranke haben werden. Deshalb ist mein Beitrag jetzt auch größer geworden.
Als Unternehmer ist es besonders wichtig die Zukunft gut einschätzen zu können, darum habe ich sehr gründlich gearbeitet. Eine Fehleinschätzung kann Folgen für die Menschen, die für mich arbeiten und für Sie, meine Kunden haben - dieser Verantwortung bin ich mir bewusst. Und ich hafte für AWIN-Software persönlich, es ist KEINE GmbH. Auch war es anspruchsvoll für mich als Sohn, Vater und Teil unserer Gesellschaft damit akzeptierend umzugehen, was uns erwartet.

Zum Schulverwaltungsblatt 2_2020_Niedersachsen (Kommentar):
Wir verstehen den Wunsch, dass keine personenbezogenen Daten auf privaten Endgeräten sein sollten, selbst wenn diese Geräte komplett verschlüsselt sind.
Andererseits ist es ja sehr lobenswert, wenn Lehrerinnen und Lehrer bereit sind, ihre privaten Geräte beruflich zu nutzen.
Somit hätten wir es für selbstverständlich gehalten, dass z.B. zuerst die Mittel aus dem Digitalpakt verwendet werden um Lehrern z.B. Tablets von Arbeitgeberseite zur Verfügung zu stellen und danach die Nutzung privater Geräte (auf die übliche, praktische, seit vielen Jahre praktizierte Art) untersagt wird. Das wurde offensichtlich versäumt.

Zu den Auswirkungen der Epidemie auf unsere und Ihre Arbeit:
Meiner persönlichen Einschätzung nach wird die Epidemie in Deutschland weiterhin schneller sein, als von den Experten und der Politik erhofft/erwartet/vorhergesagt. Das empfinde ich und viele, denen ich dies sage, als gute Nachricht: weil damit dauert sie nur kurz und wir können die Kinder(Generation) heil durch diese Zeit bringen *.

Ich und mein Team stehen weiterhin an Ihrer Seite. Home-Office ist bei uns schon lange gelebte Realität. Meine Mitarbeiter werden voll beschäftigt, wir verstärken unser Team und verfolgen unsere Planung zur Umsetzung der kompletten Modernisierung der NotenBox-Familie konsequent weiter.

Es ist abzusehen, dass die Lehrerschaft nach der Epidemie mehr oder weniger verjüngt ist (falls ich die Kanzlerin richtig verstanden habe), die Klassen eher größer sind und die Schüler motivierter. Es wird also sinnvoll sein mehr für moderne Arbeitsmittel auszugeben. Wie Sie wissen wird auch erwartet, dass die Digitalisierung im Bildungsbereich und im öffentlichen Sektor einen großen Schritt nach vorne macht und insgesamt viele alte Verkrustungen aufbrechen werden. Ich denke, dass wir z.B. mehr Pragmatismus, Vertrauen, gesunden Menschenverstand und weniger Prinzipien leben werden.

Eine Frage ist z.B., ob es Ressourcen schonende Lösungen gibt, bei denen jeder Lehrer z.B. ein Tablet nutzt, das er für Schule und Privat verwenden darf und das technisch so ausgerüstet ist, dass dies auch geht, auch datenschutzrechtlich. Der voraussichtlich durch die Pandemie die nächsten Jahre eingeschränkte globale Warenverkehr lässt uns evtl. gar keine andere Wahl, als das zu schätzen und gut zu nutzen, was wir haben.

Es könnte also gut sein, dass der Datenschutz auf nationaler Ebene vorübergehend in den Hintergrund tritt und erst mal wieder mehr in der Verantwortung des, gut informierten, Einzelnen kommt.

Zur NotenBox
Wir verstehen die Veröffentlichung im Niedersächsischen Schulverwaltungsblatt vom Januar so, dass Sie am Computer/Mac weiter wie gewohnt mit der NotenBox arbeitet können und auch auf Smartphones oder z.B. Tablets, die von der Schule bzw. von der öffentlichen Hand, zur Verfügung gestellt werden.

Für private mobile Geräte werden die neuen Apps, die wir für iPadOS und Android vor Ende des Jahres 2020 herausbringen, die Möglichkeit zur Arbeit innerhalb der Schulcloud bieten und die Daten dort speichern können, auf Wunsch. Z.B. in iServ oder den üblichen anderen Serversystemen (über die WebDAV Schnittstelle). Die iPadOS App und auch die NotenBox für Android erhalten die gesamte Funktionalität der NotenBox für Windows/macOS und beide sind damit nicht mehr auf die Zusammenarbeit mit einer NotenBox auf einem Computer angewiesen. Das ermöglicht dann ebenfalls einen Ressourcen schonenden Umgang mit der Welt unserer Kinder.

Herzliche Grüße, kommen Sie gut durch die Zeit.

Andreas Winter





*
Meine Einschätzung habe ich anhand der Simulationsmöglichkeit für den Epidemieverlauf, die das RKI/die Bundesrepublik zur Verfügung stellt, gewonnen und durch viele Gespräche. Außerdem durch beobachten der Menschen um mich herum, der Tagesschau Homepage und durch akzeptierendes logisches Denken. Alles auf Basis der Aussagen unserer Kanzlerin (man kann nur noch verlangsamen, etwa zwei Drittel der Deutschen werden in 1-2 Jahren infiziert sein und zwanzig Prozent der Menschen mit Symptomen haben schwere Verläufe).
Wenn man selbst mit der Simulation arbeitet bekommt man ein gutes Gefühl dafür, was passieren wird, begreift besser als wenn man nur Zahlen/Einschätzungen geliefert bekommt. Mein Ergebnis: die Zahl der Menschen, die aufgrund des Infekts in ein anderes Leben gehen, ist seit dem Moment des Ausbruchs in Europa kaum mehr beeinflussbar, ist Schicksal, ist schon bestimmt. Wir kennen sie nicht - sie ist im Wesentlichen bestimmt dadurch, wie viele Menschen so schwere Infektionsverläufe haben, dass sie, um den merkwürdigen Begriff der Schulmedizin zu verwenden, "intensivpflichtig" würden ("Pflicht" empfinde ich merkwürdig, weil es ja in der Regel um Erwachsene geht, die normalerweise selbstbestimmt handeln sollen und dürfen). So weit ich verstanden habe also Beatmung und all das was dazu gehört bräuchten, damit ihnen dieses Leben verlängert würde.

Die Zahl der Menschen, die durch die neue Lungenkrankheit aus diesem Leben scheiden, würde sich nach meiner auf dieser Basis gewonnenen Einschätzung auch kaum ändern, wenn wir in Deutschland in eine so tiefe Quarantäne wie in Asien gingen und die Epidemie stark strecken würden. Wir haben nämlich keine Milliarde Menschen um uns herum, die uns versorgen. (Dass wir uns jetzt daran halten, an die Vorgaben zur Reduzierung der Infektionsketten, ist natürlich gut und wichtig, um uns Zeit zum Durchatmen - z.B. Lunge durchlüften mit sauberer Luft - zu verschaffen. Und Zeit, damit wir uns auf die Epidemie vorbereiten können, auch mental. Die relative Unbeschwertheit, die hier bei mir im ländlichen Bereich Ende März / Anfang April noch zu spüren ist - in der Ruhe vor dem Sturm - fand ich zunächst etwas befremdlich, habe aber meinen Frieden damit gefunden. Nur: es sollte auch Menschen geben, die besser vorbereitet sind und deshalb Ruhe bewahren und ausstrahlen können, wenn der Sturm dann durchzieht. Dass Sie bis hierhin gelesen haben deute ich so, dass Sie etwas weiter schauen möchten, nun :wink: ).

Ich bin sehr froh, dass ich die nächsten Monate hier in Deutschland sein werde, und, dass wir am Beginn des Frühjahrs stehen :D . Es gibt denke ich kaum einen besseren Patz auf der Erde, und keinen besseren Zeitpunkt, um gut durch die Zeit zu kommen.
(Die USA scheint wiedermal Vorreiter zu werden und wird der wohl Welt zeigen, welcher prozentuale Anteil der Bevölkerung in einem Wohlstandsland unabänderlich durch den Infekt in ein anderes Leben geht und wie viel Schaden durch ungünstigen Umgang mit dieser Realität entstehen kann. Angst ist kein guter Ratgeber. Diebstahl und verschiedene andere Formen von Gewalt werden in der USA meiner Meinung nach Schäden in vielen Bereichen hinterlassen, nicht nur in den internationalen Beziehungen.
Italien und Frankreich scheinen tatsächlich die Epidemie im Moment soweit verlangsamt zu haben, dass die Überlastung des Medizinsystems nicht allzu stark ist. Allerdings würde es, wenn der Verlauf so weitergeht, ca. zehn Jahre dauern, bis die Epidemie durchs Land gegangen ist und an der Zahl der Menschen, die durch den Infekt aus diesem Leben gehen, hätte sich dann, wenn man die täglichen Zahlen summiert, vermutlich ebenfalls kaum etwas geändert. Italien und Frankreich könnten also nur auf einen Impfstoff in ausreichender Menge hoffen - nachdem die USA versorgt sind und ihn somit sehr gut auf Nebenwirkungen getestet haben - also meiner Einschätzung nach keinesfalls vor 2021 und realistischer gesehen eher später, wenn überhaupt. Auch ein Jahr Starre ist nicht realistisch durchhaltbar, deshalb hat auch unsere Kanzlerin dies gar nicht als Ziel des Umgangs mit der Epidemie genannt). (diesen Absatz habe ich am 3.4.2020 ergänzt)


Dass wir mit dem deutschen Medizinsystem einen mehrfach so großen Tropfen auf den heißen Stein wie Italien haben, ändert meiner Einschätzung nach nichts daran, dass nun wieder maßgeblich das Schicksal entscheidet wer gehen darf und wer bleibt (der Gedanke ist ungewohnt, ja. Wir werden uns an ihn gewöhnen. Und ja, diese Einsicht ist schmerzhaft, und war es auch für mich. Und das Erleben wird noch schmerzhafter werden).
Khalil Gibran in "Der Prophet" beschreibt Schmerz als das Zerbrechen der Schale, die das Verstehen umschließt. Und dass erlebte Trauer und erlebte Freude Gegenspieler sind: das Eine ist ohne das Andere nicht dauerhaft möglich.

Ich wünsche mir sehr, dass mein Absatz unten, was meine Anmerkung z.B. zu den Pflegeheimen betrifft, nicht falsch verstanden wird. Deshalb erzähle ich hier zuerst, was ich erlebt habe, die letzten Jahre.

Die zwei beeindruckendsten Menschen, die ich erlebt habe, waren beide gelähmte Männer im Rollstuhl. Ich habe sehr viel von ihnen gelernt, und W. wäre ohne Intensivmedizin nicht mehr am Leben gewesen, als er in mein Leben trat. Jeder von ihnen war sehr wertvoll und ein Vorbild für mich und andere, und für unsere Gesellschaft überhaupt. Vor allem dadurch, wie akzeptierend sie mit ihrem Schicksal umgingen. Und natürlich beeindruckt es, wenn es für einen Menschen schon ein Glück ist, ein Glas selbst halten zu können - auch wenn es zwei Minuten dauert.

H. aus meiner Zivildienstzeit ist schon vor vielen Jahren gestorben - ich betreute ihn ein Jahr lang zusammen mit seinen wunderbaren Eltern, die viele Jahre ihres Ruhestands dafür gaben, dass er bei ihnen leben konnte, als komplett gelähmter blinder Mann. Er war ein ganz normaler Erwachsener und er pochte darauf, dass er auch so behandelt wird :D - mit allem was ihm geblieben war: die Stimme (er war Schauspieler gewesen) und der Kopf, den er auch im sitzen heftig bewegen konnte - wenn er mal wütend war :shock: .
Mein Freund W. starb vergangenes Jahr, und aus heutiger Sicht ist das auch gut so. Er und seine Frau hatten sich die letzten Jahre darauf vorbereitet, dass sie sich, wenn es soweit ist, gegenseitig in ein anderes Leben entlassen. Und so ging er dann friedlich, bei klarem Verstand, im Kreise seiner Lieben, zu Hause - gut medizinisch versorgt, also schmerzfrei. Er entschied, dass er sich diesmal nicht in eine Klinik einweisen lässt (was aufgrund seiner Infekt-Anfälligkeit vorher regelmäßig nötig war). Seine Frau, meine "ziemlich beste Freundin", sagt, dass er dies auch getan hat, um ihr wieder ein selbstbestimmtes Leben zu schenken. Ein Leben in dem sie sich selbst die Fürsorge geben kann, die sie braucht. Und, dass er es konnte, weil sie eineinhalb Jahre zuvor ihr "lass mich bitte nicht allein" zurückgenommen hatte (es war ein gefühltes Band aus früheren Zeiten gewesen).
Nach seinem Tod ließ sie sich eine Pusteblume mit wegfliegenden Samen auf die linke Schulter zeichnen (loslassen ist der Schlüssel zum Glück) und auf den Arm seine Lebensphilosophie, die ein Zitat von Karl Valentin ist:

"Ich freue mich wenn's regnet. Weil, wenn ich mich nicht freue, dann regnet es ja trotzdem"

Das meinte ich mit: "akzeptierend umgehen". Umgehen damit, dass jedes Leben hier nur eine begrenzte Zeitspanne dauert - was zum Glück für jeden ab dem Moment der Geburt gilt. Das zu akzeptieren und in seiner Tiefe zu begreifen scheint unserer Gesellschaft nun bevorzustehen.
Kann man überhaupt ein "Leben verlieren"? kann man einen Menschen "verlieren"? Ich zumindest spüre W. noch, er ist da, und auch meine Mutter. Ob nur in mir als Echo der Vergangenheit oder als Gefühl aus der "unsichtbaren Welt" (kath. Glaubensbekenntnis) oder aus der "unvergänglichen Welt" (Karl Gustav Jung) - wer weiß das schon? ( :wink: das können nur Sie selbst für sich selbst wissen/fühlen). Ich sage Ihnen jetzt auch nicht meine Wahrheit, weil alle gleichwertig sind und alle "Wahrheiten" in diesem Bereich falsch und richtig zugleich. Nun zurück zum Thema.

Was die Menschen angeht, die durch die neue Lungenkrankheit aus diesem Leben in ein anderes übergehen werden (oder wie auch immer Sie es beschreiben möchten). Bedenken Sie: es ist jetzt wieder so, wie es seit Menschengedenken ist: wenn jemand durch Krankheit oder Alter dem Tod entgegen geht oder seine Zeit, warum auch immer, gekommen ist, wird dies durch eine Lungenentzündung beschleunigt, was die meisten Menschen als Gnade empfinden. Ich habe noch keinen alten/älteren Menschen gefunden, der sagt: "ich möchte lieber gerettet werden und meine restlichen Jahre im Pflegeheim verbringen". Dass dieses "Retten" offensichtlich bisher oft geschah kann in der jetzigen Situation hilfreich sein: wir haben mehrfach so viele Intensivbetten wie Italien. Hilfreich vor allem dann, wenn wir sie verantwortungsbewusst nutzen: für die Kinder und diejenigen von uns, die mitten im Leben stehen. Für die, die eine Stütze der Gesellschaft sind, also z.B. in den Kliniken usw. arbeiten, und für die, die ihre Frau, ihren Mann stehen, um uns durch die Epidemie zu bringen. Mit Strom, mit Wasser, mit Versorgung. Oder Stabilität geben, wie Sie als Teil des öffentlichen Dienstes, und und und. Und für die, die danach Zukunft bauen: den aktiven Landwirt, der seine Kühe durch die Zeit bringt oder uns Kartoffeln anbaut, und und und...

Natürlich habe ich das auch mit meinem Vater besprochen und der sagt als 85 jähriger Mann mit Vorerkrankungen: "wenn meine Uhr abgelaufen ist, dann ist es eben so. Es spielt dann keine Rolle ob ich vom Fahrrad falle oder an was anderem, oder an dieser Lungenkrankheit, sterbe". Ich finde er hat recht, er ist weit gekommen in diesem Leben. Er hat schon vor über einem Jahr alles vorbereitet und geregelt, für uns Kinder, für sich. Und schon immer darum gebeten, dass man sein Leben nicht künstlich verlängern solle. Seine Gebete, was das betrifft, sind für die nächste Zeit erfüllt worden und ich könnte mir gut vorstellen, dass man das in Zukunft sogar immer respektiert - selbst wenn man noch einen Arzt holt. Bisher war das nicht so, wurde mir zumindest erzählt: als der Arzt gerufen wurde glitt es den Angehörigen aus den Händen, gegen den früher ganz klar von der alten Frau ausgesprochenen Willen. Und meine ziemlich beste Freundin hat mir kürzlich noch gesagt, dass ein Arzt wegen seinem Schwur gar nicht anders handeln dürfe. Wird das durch die neue Lungenkrankheit Geschichte werden, Vergangenheit?

Soweit mir gesagt wurde, hat Leben retten um jeden Preis in den vergangenen Zeiten des Überflusses uns nicht nur eine sehr gute Ausstattung zur intensivmedizinischen Behandlung gebracht, sondern auch eine ungewöhnlich hohe Zahl von Menschen in Pflegeheimen (2017 über 700 Tsd., laut Wikipedia), davon wohl der größere Teil dement, so wurde es mir mehrfach erzählt (wie ist Ihr Eindruck von dementen alten Menschen, die sie evtl. kennengelernt haben: ist der Mensch als Ganzes noch da?). Die Menschen in den Pflegeheimen dürfen zu einem guten Teil voraussichtlich bald gehen. Das heißt, die Pflegeheime sind bald Hospitze, aber bei genauerer Betrachtung waren sie das wohl schon immer, nur die Zeiträume werden kürzer.
Wie viel mehr Menschen dieser Welt, die am Anfang ihres Lebens stehen oder in der Mitte, hätte man mit demselben Aufwand medizinische Grundversorgung geben können? Sind es 10 mal, 100 mal oder 1000 mal so viele? Wer weiß das schon ... Auch dies hat mir jetzt der Virus bewusst gemacht, falsch angefühlt hatte es sich auch vorher schon.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: ich sage hier nicht, dass es so sein soll, dass Menschen ohne Zahl in ein anderes Leben gehen. Ich sage nur: die Natur tut es - wir können daran nichts (mehr) ändern - außer unseren Umgang mit dieser Tatsache. Ob wir das, was die Schöpfung nun tut als richtig empfinden oder als falsch betrifft nur jeden selbst. Es entstand aus den Fehlern, die ich, die wir, früher gemacht hatten. Wir hatten da offensichtlich als (Welt)- Gesellschaft als Ganzes etwas falsch verstanden und die Natur bringt es nun wieder in Ordnung.
Als Glück empfinde ich, dass unsere Gesellschaft als Ganzes viele Konsequenzen unseres früheren Handelns jetzt selbst erlebt, nicht erst die nachfolgenden Generationen. Und damit haben wir jetzt auch die Gelegenheit bekommen, etwas wieder gut zu machen - Sie, ich, jeder und wir alle gemeinsam: unsere Kinder(Generation) gut durch diese Zeit bringen, das ist in unserer Hand. Die Infrastruktur am Laufen halten, Stabilität geben, und nach dem Durchlauf der Epidemie wieder Wohlstand und Sicherheit (ohne maßlosen Überfluss). Darum schreibe ich hier.

Und wir haben in der Hand was wir daraus lernen, für die Zukunft, damit es nie wieder soweit kommen wird. Es danach nie wieder soweit kommt, dass eine Mutter aus Deutschland sich fragt, ob sie ihren drei erwachsenen Kindern etwas Gutes getan hat, in dem sie ihnen das Leben schenkte (eine Freundin von mir, schon vor längerer Zeit). Nie wieder soweit, dass einer Kindergeneration ums Haar eine weniger lebenswerte Welt hinterlassen würde, als ihre Elterngeneration geschenkt bekam. Und nie wieder soweit, dass ein Kind vor der UN Vollversammlung, also vor jedem Menschen dieser Welt, vor mir, vor Ihnen, auf die intensivste Art, die ihm möglich ist, um Zukunft betteln muss. Schon allein diese Tatsache, und dass sie recht hatte, heißt: wir Erwachsenen dieser Welt als Ganzes hatten versagt, auch ich, in der alten Welt die nun Geschichte wird. Lassen Sie uns eine Neue bauen, eine Bessere.

Wie wird sie werden, die neue Welt?

"Es kommt jetzt auf Sie an, auf jeden Einzelnen" - auch das hat uns die Kanzlerin mit auf den Weg gegeben.

Jetzt lernen diejenigen die bleiben, die danach noch hier sein sollen und dürfen: sehr viel, sehr schnell, sehr intensiv, sehr nachhaltig.

Danke, dass Sie soweit gelesen haben. Drei gute Dinge möchte ich Ihnen nun gerne mitgeben:

das Album "Haut und Haar" live, von Hubert von Goisern ("Regen", "Juchitzer", "Siagst as", "Leben",..)

Explosion der Lebensfreude vom 22. März: www.tagesschau.de/ausland/italien-coronavirus-125.html

Und mein Wunsch für Sie: Kommen Sie gut durch die Zeit



Andreas Winter
Dipl. Ing. Elektrotechnik (FH), Vater, Sohn, Mitglied unserer Gesellschaft, Unternehmer, Erfinder, ziemlich Bester Freund, Europäer, Deutscher, Bayer, Nachbar, Schwiegersohn, ... Mensch

Antworten